Psychotherapeuten beobachten in Deutschland eine Häufung von Sexsüchtigen, nach groben Schätzungen sind rund 75 Prozent der Betroffenen Männer. Nach Ansicht einiger Wissenschafter hänge die wachsende Anzahl Sexsüchtiger direkt mit der Verbreitung des Internets zusammen. Bei der 2. Klinischen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung war dieses Phänomen deshalb Thema Nummer Eins. Anonym chatten fördert Suchtverhalten Hauptursache für die wachsende Zahl der Sexsüchtigen sei nach Ansicht der Kongressteilnehmer das freie und übermäßige Angebot des Internets insbesondere an Sexseiten und Sex-Chats. "Dort kann unbeobachtet und anonym gesurft werden", sagte der promovierte Diplompsychologe von der Gesellschaft für Klinische Psychologie und Beratung in Münster. Schlussfolgerung: Die Sucht ist angelernt, nicht angeboren. Erster Schritt: Selbsterkenntnis Eine wirksame psychotherapeutische Behandlung der Sexsucht dauert nach Angaben des Paarpsychologen mindestens ein Jahr. Ohne eine solche Therapie sei ein Ausweg aus der Abhängigkeit vom unkontrollierten Sexualverhalten kaum zu finden. Grundvoraussetzung für eine Normalisierung sei, dass der Betroffene seine Sexsucht als krankhaft erkenne.